Leseempfehlung - "Blood & Gold - Elemente der Schattenwelt"

Susi K | 23. Mai 2014 | Kommentieren
Nach einer gefühlten Ewigkeit - tatsächlich sind seit dem letzten Post zwei lange Monate vergangen, ups - möchte ich euch jetzt ganz schnell ein Buch empfehlen, das ich gerade lese und noch nicht beendet habe. Aber egal, denn: Ich finde dieses Buch absolut großartig und bin der Meinung, dass ihr es unbedingt auch mal lesen solltet. Es handelt sich um "Blood & Gold" von Laura Kneidl, einem Roman, der schon etwas anders ist als all die Bücher, die ich bisher so zur Hand genommen habe. Und auch wenn ich gestehen muss, dass mich die ersten Seiten nicht so sehr gefesselt haben, hat mich die Autorin spätestens ab der Mitte des Buches gekriegt. Und zwar so dermaßen, dass es mir nun schwer fällt, es überhaupt aus den Händen zu legen. Vor mir liegen noch ca. 80 Reader-Seiten und ich bin mir durchaus im Klaren darüber, dass es möglich ist, dass mich der Roman doch noch enttäuscht, aber ganz ehrlich? Daran glaube ich nicht! Denn "Blood & Gold" entwickelt sich gerade so rasant, ist so spannend, so mystisch und so gut zu lesen, dass das Ende ganz sicher bombastisch wird.

Also - lest es! :)
Sobald ich fertig mit dem Buch bin und ein bisschen Zeit finde, folgt die Rezension.

Rezension- I Am Not Esther von Fleur Beale

Laura Kleinschmidt | 23. März 2014 | / / | Kommentieren
{Rezension} I Am Not Esther – Fleur Beale (Englische Originalausgabe)
Titel: I Am Not Esther
Autor: Fleur Beale
Verlag: Longacre Press
Seitenanzahl Print-Ausgabe: 250
Erscheinungsdatum: 1998

Inhaltsangabe
 
Imagine that your mother tells you she's going away. She is going to leave you with relatives you've never heard of - and they are members of a strict religious cult. Your name is changed, and you are forced to follow the severe set of social standards set by the cult. There is no television, no radio, no newspaper. No mirrors. You must wear long, modest clothes. You don't know where your mother is, and you are beginning to question your own identity. I am not Esther is a gripping psychological thriller written by popular children's writer Fleur Beale. In Esther she creates an enthralling and utterly compelling portrait of a teenager going through her worst nightmare.


Covergestaltung

Ein dunkles Cover. Schwarz trifft auf weiß trifft auf rot trifft auf ein schlammiges braun. Ein Mädchen fässt etwas an, vermutlich eine Glasscheibe. Um ihr kleines Bild, von den Kanten aus, bildet sich ein Kreuz. Das Cover allein hat schön einen religiösen Touch, aber nicht zu stark, nicht so, dass es abschreckend wirkt. Der Titel ist in weiß geschrieben, der name der Autorin in einem knalligen Rot.

Eigene Meinung

Kirby Greenland "erzieht" ihre Mutter in Auckland, Australien. Ellen hat die Aufmerksamkeit einer dreijährigen, ist allerdings immer fröhlich. Kirby liebt ihr chaotisches Leben, bis sie ihre Mutter eines Tages zu ihren Verwandten aufs Land schickt, um in Afrika "ihre Sünden abzuarbeiten."
 
Bei Onkel Caleb ist nichts so, wie bei ihr zuhause. Ihre Tante nennt ihren Mann "husband", sie muss Kleidung tragen, die anscheinend aus der Neanderthaler Zeit stammen, ihr wird ein biblischer Name, Esther, gegeben und Kirby, so wie sie ist, mit ihren Sünden, Fehler, ihrer Aufmüpfig-und Starrsinnigkeit, darf so nicht mehr existieren. Wie es sich herausstellt lebt ihr Onkel mit seiner Frau Naomi in einem religiösen Kult, der den Namen Circle of Fellowship trägt.
Kirby ist überfordert und will sich nicht anpassen- sie will sich nicht verlieren, sie will nicht Esther sein. (Daher auch der Buchtitel, weil sie immer und immer wieder sagt " I am Not Esther." Nebenbei angemerkt, Kirby würde eher "I'm not Esther" sagen, aber Abkürzung wie "doesn't" und etc. sind beim "Circle of Fellowship" nicht erlaubt.)
 
Das Buch ist relativ kurz und noch dazu mit großen Buchstaben gedruckt, aber das stört mich nicht. Im Gegenteil. Ich finde, dass kein Wort an diesem Buch an der falschen Stelle ist. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten würde, wenn meine Mutter mich in einem religiösen Kult absetzen und nach Afrika abhauen würde. Wenn ich bei einer Familie leben soll, die zwar mit mir verwandt ist, deren Glauben ich jedoch nicht teile und die mich andauernd für etwas bestrafen, das mich ausmacht.
 
Kirby/Esther ist authentisch. Ihre Probleme, ihre Ängste, Hoffnungen und Kämpfe sind authentisch dargestellt. Obwohl das Buch viel mit Glauben zu tun hat, zwingt es mir kein "System" auf, das ich sonst so oft in religiösen Büchern lese. Das ist Kirbys  Geschichte, kein Autor, der Menschen "retten und bekehren" will.
 
Fleur Beale ist in meinen Augen ein Genie. Ich hab selten ein Buch gelesen, das so unter die Haut geht. (Doch, vorgestern schon. Aber dazu später mehr! )
 
Kirby ist authentisch. Sie will sich nicht aufgeben und jemand anderes bekommen und dafür kämpft sie, auch wenn die Rückschläge, die sie erleiden muss (Disziplinraum!) doch sehr schwer sind. Sie bleibt sich treu.
 
Das Buch ist aus dem Grund empfehlenswert, weil es jeden Moment auf der Welt geschieht. Ein Kind wächst mit überreligiösen Eltern auf, versucht seinen eigenen Glauben zu finden, vielleicht teilt das Kind ihn mit den Eltern, vielleicht macht er sich auf die Suche, um einen anderen zu finden, der zu ihm passt.
 
Wir haben so viele Religiönen, die "Regeln" im Auge der westlichen Welt ein bisschen zu streng sehen. Stell Dir vor du würdest in etwas gezungen, in das du vielleicht gar nicht glaubst. Und es gibt keinen Ausweg. Es gibt nur Opfer.
 
Als ich das Buch zugeklappt habe, war ich sprachlos. Geschockt. Überrascht.
In ein paar Wochen kram ich es nochmal hervor und lese es wieder. Denn irgendwie, irgendwo hat es was in mir verändert. Ich kann nur nicht sagen was. *kopfkratz*
 
Fünf Sterne für Perfekion und Authenzität.

Lauras Bewertung
 

{Rezension} Weil ich Layken liebe - Colleen Hoover

Susi K | 22. März 2014 | / / / | Kommentieren


{Rezension} Weil ich Layken liebe – Colleen Hoover



Titel: Weil ich Layken liebe
Originaltitel: Slammed
Autor: Colleen Hoover
Verlag: dtv (Deutscher Taschenbuch Verlag)
Seitenanzahl Print-Ausgabe: 352
ISBN: 3423715626
Erscheinungsdatum: 1. November 2013

Inhaltsangabe

Nach dem Tod ihres Vaters zieht die 18-jährige Layken mit ihrer Mutter und ihrem Bruder von Texas nach Michigan. Nie hätte Layken gedacht, dass sie sich dort bereits am ersten Tag Hals über Kopf verliebt. Und dass diese Liebe mit derselben Intensität erwidert wird. Es sind die ganz großen Gefühle zwischen Layken und Will. Das ganz große Glück – drei Tage lang. Denn dann stellt das Leben sich ihrer Liebe mit aller Macht in den Weg…

Covergestaltung

Ich muss gestehen: Ich bin ein Fan solcher „gesichtsloser“ Cover. Meinetwegen müssen nicht immer Menschen, Gesichter oder derartiges auf Buchcovern zu sehen sein; ich mag es schlicht. Und eben ein solch schlichtes Cover ist dieses. Das kräftige lila bzw. violett, das am Bildrand verläuft, dominiert das Bild, die eindrucksvoll geschwungenen, sehr großen Buchstaben machen es perfekt. Erst auf den zweiten Blick ist mir aufgefallen, dass die Anfangsbuchstaben des Titels den Namen Will ergeben. Ein total süßes Detail, wie ich finde.

Eigene Meinung

Um es gleich vorweg zu nehmen – „Weil ich Layken liebe“ ist mein zweites Buchhighlight 2014, wenn nicht sogar das bisherige Buchhighlight 2014. Auch jetzt, etwa vier Wochen nachdem ich das Buch beendet habe, gibt es manchmal Momente, in denen ich daran und vor allem darüber nachdenken muss. Die einzigartige Geschichte von der jungen Layken und dem nur wenige Jahre älteren Will lässt mich nicht los, will mich nicht loslassen, und ich schwelge des Öfteren mit Vergnügen in Erinnerungen an diesen Roman.

Wer eine leichte, seichte Teenieromanze ohne jeglichen Tiefgang erwartet, der täuscht sich schwer. Ich muss gestehen, dass ich mit nicht allzu hohen Erwartungen an dieses Buch heran gegangen bin; eigentlich habe ich eine relativ anspruchsvolle Wochenendlektüre gesucht, die mich zwar unterhält, mit der ich mich aber nicht offensiv auseinander setzen muss. Bekommen habe ich eine Liebesgeschichte, in der die um sich sprühenden Funken beinahe greifbar sind, eine Geschichte über innige Freundschaft, über Verantwortung und Vertrauen, über Veränderungen, die der Lauf des Lebens unweigerlich mit sich bringt, eine Geschichte über Angst, Verlust und Trauer. Nicht nur ein Mal habe ich, den Reader in den Händen, auf der Couch gesessen und leise vor mich hin geschluchzt, weil ich so tief bewegt war.

Schon zu dem Zeitpunkt, als Will und Layken sich zum allerersten Mal begegnet sind, hat man diese unbeschreibliche Magie und, vor allem, Harmonie zwischen den Beiden gespürt. Eine Art beruhigenden Gleichklang zwischen zwei Personen, die sich noch so fremd und dennoch auf eine Art und Weise schon so vertraut sind, die sich nicht auf Anhieb beschreiben lässt.

Layken, gerade 18 Jahre alt geworden, ist die Protagonistin des Buches. Sie ist hübsch (auch wenn ihre Schönheit nicht in jedem zweiten Satz hervorgehoben wird), intelligent, verantwortungsbewusst und schlagfertig. Ab und an lässt sie durchblicken, dass sie ein ziemlicher Trotzkopf sein kann, und versucht verzweifelt, sich mit ihrem Verhalten gegen unausweichliche Gegebenheit aufzulehnen. Nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters zieht sie mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder nach Michigan, in eine Stadt, der sie am allerliebsten sofort wieder den Rücken zukehren würde. Gerade erst in ihrer neuen Heimat angekommen, trifft sie auf Will, der ebenfalls einen jüngeren Bruder hat, und freundet sich beinahe sofort mit diesem ihr eigentlich vollkommen fremden jungen Mann an. Zu diesem Zeitpunkt ahnt sie noch nicht einmal ansatzweise, wie sehr sich ihr Leben in den kommenden Wochen und Monaten noch verändern wird. Ich persönlich habe sie als sehr sympathischen Charakter empfunden, mit dem man sich aufgrund von nicht herunter gespielten Schwächen beinahe sofort identifizieren kann. Ja, in manchen Momenten habe ich mich sogar in diesem jungen Mädchen wieder gefunden.

Will, der männliche Protagonist, besticht augenblicklich durch seine offene, sympathische Art, die es einem nur allzu schwer macht, ihn nicht zu mögen. Er wirkt manchmal älter als er eigentlich ist, doch ich denke, das liegt vor allem an der Verantwortung, die bereits in so jungen Jahren schon auf seinen Schultern lastet. Wills Leidenschaft gilt den Poetry-Slams, einer literarischen Wettbewerbsform, bei der eigene Texte einem Publikum vorgetragen und schließlich von einer kleinen Jury bewertet werden. Vor diesem Roman habe ich noch nie etwas von solchen Slams gehört und nicht zuletzt deshalb hat mich die Autorin mit dieser, wie ich finde, doch mal etwas anderen Idee, begeistert und sofort auf ihre Seite gezogen.

Entgegen all meinen anfänglichen Erwartungen, hat Colleen Hoover es geschafft, mich mit ihrem Debüt von der ersten Seite an mitzureißen. Manchmal musste ich mich regelrecht dazu zwingen, dieses so wunderbare Buch zur Seite zu legen, und eben weil ich es so verschlungen, regelrecht inhaliert habe, ging es leider viel zu schnell vorüber und ich war richtig traurig, als ich bei der letzten Seite angekommen war. Im kommenden Mai erscheint der 2. Band „Weil ich Will liebe“ und ich kann es jetzt kaum noch erwarten, wieder in die Welt dieser zwei faszinierenden jungen Menschen einzutauchen. Nachdem Band 1 der Autorin so gut gelungen ist, hoffe ich einfach, dass sie auch im 2. Band von ihrem Können zehrt und mich als Fan ihres Schreibstils und ihrer Kreativität nicht enttäuscht.

„Weil ich Layken liebe“ ist ein Muss für alle, die es lieben, in Büchern zu 100% abzutauchen. Ein vielschichtiges und überraschend tiefgründiges Buch, mit Wendungen, die einen umhauen und Gefühlen, die einem ans Herz gehen und sich fort festsetzen.


Susann’s Bewertung



Rezension - Schmetterlinge im Gepäck, Stephanie Perkins

Susi K | 22. Februar 2014 | / / / | Kommentieren


{Rezension} Schmetterlinge im Gepäck – Stephanie Perkins



Titel: Schmetterlinge im Gepäck
Originaltitel: Lola and the boy next door
Autor: Stephanie Perkins
Verlag: cbj
Seitenanzahl Print-Ausgabe: 416
ISBN: 3570402142
Erscheinungsdatum: 13. Januar 2014

Inhaltsangabe

Klopfende Herzen in San Francisco!

Lolas Leben ist nicht nur außergewöhnlich, sondern auch ziemlich toll: Sie lebt mit ihren zwei Vätern in San Francisco, zieht jeden Tag ein anderes ausgeflipptes Outfit an und hat einen coolen Rockmusiker als Freund! Doch als auf einmal ihre ehemaligen Nachbarn nach zwei Jahren Abwesenheit wieder in das Haus nebenan ziehen, steht ihre Welt Kopf. Denn nicht nur hat ihr Calliope damals die Freundschaft gekündigt, sondern vor allem ist deren Zwillingsbruder Cricket der Junge, der Lola vor zwei Jahren das Herz gebrochen hat …

Covergestaltung

Also – wegen dem Cover habe ich das Buch ganz sicher nicht gekauft, haha. Denn ich persönlich finde es wenig ansprechend. Es ist sehr schlicht, was keineswegs verkehrt ist, doch dieses Cover … nun ja, es erinnert mich an die billigen Kiosk-Kitsch-Romane, die meine Oma früher immer gelesen hat. Im Fokus des Covers steht ein junges Paar: er präsentiert uns lediglich seine Rückseite, sie lächelt in die Kamera. Und wer das Buch gelesen hat, wird feststellen, dass das Mädchen auf dem Cover so überhaupt keine Ähnlichkeit mit der ausgeflippten Protagonistin Lola hat. Deswegen fällt es mir auch schwer, allein vom Cover her (das vermutlich jeder Laie mit Photoshop ebenso hinbekommen hätte) einen Bezug zum Buch zu ziehen.

Eigene Meinung

Während mich das Cover so gar nicht überzeugt hat, hat es das Buch inhaltlich dafür aber umso mehr!
Ich habe es vor ca. einem Monat gelesen (oder besser gesagt: verschlungen!), bin aber leider jetzt erst dazu gekommen, eine Rezension zu schreiben. Egal, besser spät als nie, oder?! J Ich habe bereits „Herzklopfen auf Französisch“ von Stephanie Perkins gelesen. Und es geliebt. Deshalb waren meine Erwartungen an „Schmetterlinge im Gepäck“ natürlich hoch. Und ich kann schon mal verraten: Sie wurden absolut erfüllt.

Vorweg allerdings ein kleiner großer Kritikpunkt. Im Original lautet der Titel des Buches „Lola and the boy next door“; weshalb zur Hölle hat man denn dann ein „Schmetterlinge im Gepäck“ draus gemacht? Das wollte mir von Anfang an nicht in den Kopf, denn der Originaltitel passt soooo viel besser zum Inhalt des Buches.

Im Buch geht es um Lola, die mit ihren beiden Vätern in einem hübschen Häuschen in San Francisco lebt, total schrill und durchgeknallt ist und ihr Herz an einen überheblichen Möchtegern-Rockstar verschenkt hat. In dem Moment, als die Familie Bell mit ihren beiden Kindern Cricket und Calliope in das Haus nebenan zieht, verändert sich für Lola alles. Denn Cricket ist der Junge, der ihr einmal das Herz gebrochen hat. Und den sie unter gar keinen Umständen jemals wieder sehen wollte.

Mit dem Charakter der Lola ist Stephanie Perkins ein kleines Meisterstück gelungen. Denn Lola ist einzigartig. Sie ist schrill, schräg, manchmal sehr aufmüpfig, aber trotzdem so liebenswert, dass ich wirklich fasziniert war. Mit riesengroßer Freude habe ich die Passagen gelesen, in denen beschrieben wurde, was Lola anzieht, denn wer, bitteschön, kommt auf Klamottenkombinationen, die pinke Tüllröcke, Boots, Lederwesten mit Nieten und ausgefallene Perücken beinhaltet?! Genau, eigentlich niemand. Ich muss gestehen, dass ich es ganz zu Beginn des Romans noch ein bisschen befremdlich fand, wie Lola sich so kleidet, doch ganz schnell habe ich gemerkt, dass eben ihr Kleidungsstil ganz, ganz viel ihres fantastischen Charakters wiederspiegelt.

Auch den männlichen Protagonisten – Cricket – musste man förmlich ins Herz schließen. Ich habe es geliebt, wenn Lola und er spätabends an ihren Fenstern gestanden und miteinander geredet haben; irgendwie hatte das etwas heimeliges, fragt mich nicht, warum. Vielleicht lag es daran, dass man Cricket unweigerlich mit Lolas Freund Max verglichen hat; denn während Max mir von Anfang an unsympathisch war, ging von Cricket immer eine greifbare Wärme aus. Nicht nur ein Mal hätte ich mich ihm am liebsten an den Hals geworfen und knuddeln lassen.

Ganz besonders toll fand ich, dass Anna und St. Clair (die beiden Protagonisten aus „Herzklopfen auf Französisch“) wieder dabei waren. Gott, was habe ich die Beiden in ihrem „eigenen“ Roman geliebt und wie erstaunt war ich doch darüber, dass die Beiden zwar einerseits noch die Gleichen geblieben sind, sich andererseits aber auch weiter entwickelt haben. Vor allem Anna ist viel erwachsener geworden.

Stephanie Perkins‘ Schreibstil mag ich nach wie vor. Relativ kurze, präzise Aussagen. Keine Schachtelsätze, in deren Mitte man den Anfang schon wieder vergessen hat. Natürlich ist es kein literarisches Meisterwerk, aber ganz ehrlich, das spielt absolut keine Rolle. Dieser Roman ist ein kurzweiliges Vergnügen und ich war am Ende wirklich traurig, als er vorbei war.

Ein kleines bisschen störend war die Tatsache, dass hinter dieser Cricket-Lola-Geschichte im Prinzip etwas total Banales gestanden hat; als ich die Inhaltsangabe vom Buch vor etlichen Monaten gelesen habe, hatte ich mit einer Riesenstory und irgendwelchen anrüchigen Skandalen gerechnet, die dazu geführt haben, dass Lolas Herz gebrochen war und sie Cricket nie wieder sehen wollte … Doch das ist wirklich nur ein total winziger Wermutstropfen, denn die Geschichte ist absolut stimmig und perfekt so wie sie ist. Ich kann euch echt nur ans Herz legen: Lest dieses Buch, denn dann vergesst ihr garantiert mal eure eigenen Probleme, lasst euch mitreißen und genießt.

Susann’s Bewertung



  



Rezension - Into the Deep: Herzgeflüster, Samantha Young

Susi K | 12. Februar 2014 | / / | 1 x Liebe


{Rezension} Into the deep: Herzgeflüster – Samantha Young




Titel: Into the Deep: Herzgeflüster
Originaltitel: Into the Deep
Autor: Samantha Young
Verlag: ullstein
Seitenzahl: 368
ISBN: 3548286429
Erscheinungsdatum: 18. November 2013

Inhaltsangabe

Die erste Liebe ist unvergesslich. Der erste Verrat auch …
Er gab ihr das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Er sagte, dass er sie liebt. Charley und Jake waren ein Traumpaar. Damals. Bis ein tragisches Unglück geschah und Jake sie wortlos aus seinem Leben strich. Charleys Herz war gebrochen, sie konnte ihm nicht verzeihen. Dreieinhalb Jahre lang. Bis er ausgerechnet bei ihrem Auslandsjahr in Schottland wieder vor ihr steht. Geheimnisvoll und sexy. Und mit einer neuen Freundin an seiner Seite. Charley zeigt ihm die kalte Schulter. Doch Jake lässt nicht locker, er sucht ihre Nähe und ihre Vergebung. Tief in ihrem Herzen glimmt noch die Sehnsucht, aber wird sie Jake je wieder vertrauen können?


Covergestaltung

Ich finde das Cover des Buches wirklich sehr hübsch. Es ist schlicht, farblos – wenn man es denn so nennen kann – und dennoch ungemein ansprechend. Das Mädchen bzw. die junge Frau, die den Leser mit ihren großen, ausdrucksstarken Augen ansieht, während der Rest ihres Gesichts (abgesehen von der Nase) im „Dunkeln“ liegt, wirkt geheimnisvoll; ich habe mich praktisch sofort gefragt, welche Geschichte sich hinter diesem Gesicht wohl verbirgt und bestimmt auch aus diesem Grund zu dem Roman gegriffen.

Eigene Meinung

Bei „Into The Deep: Herzgeflüster“ handelt es sich um einen der ersten Romane, den die junge Autorin Samantha Young geschrieben hat und der nach den großen Erfolgen „Dublin Street“ und „London Road“ auch den Weg in deutsche Bücherläden gefunden hat. Weil ich eben jene zuvor genannten beiden Bücher schon gelesen habe und sie mir eigentlich ganz gut gefallen haben, wollte ich mich natürlich auch an ihr neues altes Werk wagen – und wurde bitter enttäuscht. So ein schlechtes, plattes Buch habe ich wirklich lange nicht mehr gelesen und ich bereue es tatsächlich, meine Zeit mit so einem Schund vergeudet zu haben. Aber fangen wir mal von vorn an …

Im Buch geht es um die 20-jährige Charley, Studentin, die gemeinsam mit ihrer besten Freundin Claudia ein Auslandsjahr in Edinburgh antritt. Dort trifft sie, wie es der Zufall so will, auf ihre allererste, große Liebe: den unbeschreiblich gutaussehenden, charmanten Jake. Die Beziehung der Beiden ist gut drei Jahre zuvor in die Brüche gegangen, Jake hat sie verlassen, und als Charley ihm nach Jahren des Kummers wieder begegnet, wird sie augenblicklich zurück in die Vergangenheit katapultiert und muss sich mit teils sehr widerspenstigen Gefühlen, die tief in ihrem Inneren toben, auseinander setzen. Denn Jake hat eine feste Freundin.

Charley als Figur wurde mir persönlich viel zu seicht und makellos beschrieben. Ebenso ihre Freundin Claudia. Kaum im schottischen Edinburgh angekommen, werden sie schon von Männern umschwirrt wie die Motten. Charley trägt grundsätzlich nur Skinny Jeans, und scheint außer viel zu engen T-Shirts, die über ihrer Brust spannen, nicht wirklich viel im Kleiderschrank zu haben. Nach ihrer gescheiterten Beziehung mit dem Bad Boy Jake, hat sie eben diesen abgeschworen – doch leider scheint es in Edinburgh nur so vor Bad Boys zu wimmeln, wie die Autorin nicht müde wird zu betonen. Alle Männer, die die beiden jungen Frauen kennen lernen, werden als außergewöhnlich gutaussehend beschrieben, wenn auch auf immer andere Art und Weise. Einen Menschen mit Ecken und Kanten sucht man in diesem Roman vergebens. Doch nicht nur, dass Charley schön, begehrenswert und dazu auch noch intelligent ist, ihr Wortschatz scheint sich auf die Worte „krass“, „geil“, „abfüllen“ und „Arsch“ zu beschränken, was alle Typen natürlich ungemein toll und heiß finden.

Auch Jake als männlicher Protagonist ist zu makellos, wenn auch nicht ganz so sehr wie Charley. Hin und wieder habe ich ihm gegenüber beim lesen sogar so etwas wie Sympathie empfunden, die sich dann allerdings aufgrund seines absolut lächerlichen, unglaubwürdigen Verhaltens zum Ende des Buches relativ schnell wieder in Luft aufgelöst hat.

Man merkt ganz deutlich, dass „Into The Deep“ noch vor den großen Bestsellern „Dublin Street“ und „London Road“ geschrieben wurde. Der Schreibstil ist oftmals viel zu umgangssprachlich und flapsig; die Autorin erzählt zu viel und beschreibt zu wenig. Dadurch bleibt das Gefühl, das in diesem Roman ganz sicher nicht zu kurz kommen sollte, leider deutlich auf der Strecke. Mir fiel es schwer, mich in die Protagonisten hinein zu versetzen, ihr Tun und Handeln war für mich teilweise zu widersprüchlich und der große Showdown, die Enthüllung, wegen der die Beziehung der beiden Herzchen damals zerbrochen ist, war zu überzogen, dadurch unglaubwürdig und zu konstruiert. Was wirklich schade ist, denn Samantha Young kann schreiben. Wenn sie das in diesem Buch auch leider nicht gezeigt hat.

Die größte Enttäuschung (wenn man das, betrachtet man die Aneinanderreihungen der zahlreichen Enttäuschungen, so sagen kann) stellt meiner Meinung nach das Ende dar. Wer auf gefühlvolle, romantische, herzzerreißende Zeilen gehofft hat, wird mit schwulstigen fantasielosen Sexszenen konfrontiert, die einfach fehl am Platz waren und dem Buch auch das letzte bisschen Glaubwürdigkeit und Tiefgang geraubt haben.

Wenn man überhaupt etwas ansatzweise Positives an diesem Buch hervorheben will/kann, dann sind es die Zeitsprünge (Flashbacks), die die Autorin eingearbeitet hat. Denn auch wenn die Protagonisten damals schon die Ausgeburt an Schönheit, Intelligenz und Charme waren, so hat man dennoch das Gefühl, dass sie etwas echter, wirklicher wirken.

Für alle, die auf Romane mit unreifen, makellosen und klischeebehafteten Charakteren, stehen, ist „Into The Deep“ vermutlich genau das Richtige. Ein platter New-Adult-Roman, der mich als Leserin des Öfteren den Kopf schütteln ließ. Vielleicht falle ich mit meinen fast 27 Jahren auch einfach nicht mehr in die Zielgruppe, die Samantha Young ansprechen und begeistern wollte.

Susann's Bewertung