Paint It Black: Eine Liebe

Laura Kleinschmidt | 30. Januar 2014 | / | Kommentieren

Janet Fitch, hands down, ist in meinen Augen die beste Autorin auf der ganzen Welt. Bei White Oleander, ihrem Debütroman und auserwählter Lesestoff für den Oprah Bookclub, verging kein Satz, bei dem ich nicht innehalten und die Worte staunend aufsaugen musste. Fitchs Worte sind ein Kunstwerk, eine weiße Leinwand, die mit poetischen Sätzen und der brutalen Wahrheit beworfen wird, bis sich ein abstraktes Bild bildet, das man nur das Leben nennen kann.
Vor einer Woche bin ich über ihren zweiten Roman, Paint It Black gestolpert und habe gerade damit angefangen.

Ich bin nicht einmal bei Seite 40 und die Geschichte treibt mir bereits Tränen in die Augen. Wenn eines an Fitchs Geschreibsel so besonders ist, dann ist es ihr Talent die Liebe, so wie sie ist, in ihrer hässlichsten und grausamsten, aber auch schönsten Art und Weise darzustellen. Josie Tyrell, die Protagonistin, ist verliebt. Nein... sie liebt. Sie liebt Michael. Und als sie auf die Polizeistation gerufen wird, um den Körper ihres Liebsten zu identifizieren, bricht eine Welt für sie.

Das Buch bisher ist atemberaubend und schmerzhaft ehrlich. Es ist dreckig, mit vielen Schimpfwörtern, Hassgedanken und Gedanken über Sex. Aber genau das ist die Kunst, denke ich. Genau diese Gedanken sind menschlich.

Wenn ich fertig bin, melde ich mich erneut und eine richtige Rezension folgt.

Bis dahin,
eine sprachlose Laura

Rezension - Gucci, Glamour und Champagner, Lindsey Kelk

Susi K | 21. Januar 2014 | Kommentieren
{Rezension} Gucci, Glamour und Champagner - Lindsey Kelk



Titel: Gucci, Glamour und Champagner
Originaltitel: I heart Paris
Autor: Lindsey Kelk
Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 384
ISBN: 3442380170
Erscheinungsdatum: 21. Januar 2013

Inhaltsangabe

Paris – Stadt der Mode, der Croissants und natürlich: der Liebe!
Als Angelas umwerfender Freund Alex sie fragt, ob sie ihn nach Paris begleiten will, UND sie das Angebot bekommt, für die Modezeitschrift »Elle« etwas über die Stadt zu schreiben, ist sie Feuer und Flamme. Paris! Die Stadt der Liebe, der Croissants und der Designershops – und Angela war noch nie dort. Doch dann geht alles schief: Sie sieht Alex beim Tête-à-Tête mit seiner Ex, und dann versucht auch noch jemand, ihren beruflichen Durchbruch zu sabotieren. Angela ist kurz davor, nach Hause zu flüchten. Aber so schnell gibt man doch nicht auf, oder?


Covergestaltung
 
Mir persönlich gefällt das Cover eigentlich ganz gut. Es ist in angenehmen, relativ dezenten Farben gehalten - sieht man mal von dem pinkfarbenen Oberteil der Frau ab - und besticht durch den etwas im Hintergrund gehaltenen Eifelturm. Ich bin mir sicher, dass es sicherlich nur sehr wenige, vielleicht sogar überhaupt keine, Männer gibt, die ein Buch mit so einem Cover auswählen würden, aber seien wir doch mal ehrlich: Wir als Frauen mögen doch solche Cover, oder? Außerdem ähnelt es denen von den beiden Vorgängerbüchern und ist trotzdem auf seine eigene Art und Weise ganz anders.

Eigene Meinung

Zuerst einmal muss ich sagen, dass dieses Buch bereits ein Jahr lang in meinem Regal gestanden hat und ich schon zwei - leider gescheiterte Versuche - unternommen habe, um "Gucci, Glamour und Champagner" zu lesen. Ich habe mir es mir im letzten Jahr pünktlich zum Erscheinungstag gesichert, weil ich bereits die beiden Vorgängerbücher, die Lindsey Kelk geschrieben hat, gelesen und wirklich gemacht hatte. Ich wollte einfach wieder in Angelas chaotische, modebewusste Welt eintauchen - und hab, wie erwähnt, zwei Mal so gar keinen Bezug zu diesem Roman aufbauen können. Letzte Woche habe ich es dann noch mal zur Hand genommen, weil es mich, wie es da so im Regal gestanden hat, ja schon angelächelt hat, und, siehe da, ich habe es tatsächlich geschafft, durchzuhalten und das Buch von vorne bis hinten zu lesen.

Bei der Protagonistin handelt es sich wieder um die lebenslustige, etwas chaotische Angela Clark, die erst in New York und dann in L.A. wirklich witzige Abenteuer erleben durfte. In  diesem Roman reist sie gemeinsam mit ihrem sexy Musikerfreund Alex nach Paris; er ist mit seiner Band "Stills" für ein Musical gebucht, sie soll für die Zeitschrift "Belle" ein Feature über sehenswerte Ecken von Paris schreiben. Dass Angela dabei aber nicht auf die offensichtlichen und weltbekannten Sehenswürdigkeiten wie den Eifelturm oder Notre Dame zurückgreifen darf, sondern Insidertipps geben soll, macht das ganze Unterfangen etwas schwierig ...

Inhaltlich ist das Buch eigentlich interessant gestaltet. Von New York geht es nach Paris und dort werden wir, entlang der Seine, durch diese wunderschöne Stadt geführt. Beschreibungen von Orten und Lokalitäten kommen nicht zu kurz; was ich persönlich sehr begrüße. Denn ich mag es, wenn Bücher in Orten spielen, die nicht anonym gehalten werden, sondern die durch ihre detailgetreuen Beschreibungen von markanten Dingen, die es eben nur an diesem Ort gibt, bestechen.

Die beiden Hauptcharaktere Angela und Alex sind sehr sympathisch kreiert worden. Mit Angela kann mich sich doch recht gut identifizieren, denn jetzt mal ehrlich: Wer von uns ist nicht manchmal absolut tollpatschig, vergesslich und modebewusst? Ab und an hätte ich mir gewünscht, dass noch ein paar Schwächen von Angela deutlich geworden wären. Sie ist ein fast zu perfekter Charakter ... eine junge, schlanke, bildhübsche Frau, die ihre offensichtliche Schönheit sich selbst und anderen gegenüber aber immer untergräbt.
Auch Alex leidet darunter, zu wenig Ecken und Kanten aufzuweisen. Er ist eben der unglaublich gutaussehende, erfolgreiche Boyfriend, der an jeder Hand fünf Frauen haben könnte, aber natürlich nur mit dem unscheinbaren Wesen Angela zusammen sein möchte.

Ich muss gestehen, dass ich die erste Hälfte des Buches wirklich schleppend fand. Inhaltlich hat es sich, meiner Meinung nach, unnötig gezogen und bis zum ersten Mal was wirklich Spannendes passiert ist, gingen schon mal 100 Seiten ins Lande (deshalb hab ich auch 2x vorher aufgegeben, jetzt weiß ich's wieder), dafür hat dann die zweite Hälfte des Romans so sehr an Tempo gewonnen, dass ich manchml ein bisschen Mühe hatte, hinterher zu kommen. Es ist so viel mit einem Mal passiert, es sind Charaktere aufgetaucht, die das ganze Geschehen umgeworfen haben, und ... puh, ich fand es wirklich spannend und konnte es nur schwer aus der Hand legen.

Mit Alex' Ex-Freundin Soléne ist Lindsey Kelk eine so unsympathische Antogonistin gelungen, wie ich es lange nicht mehr erlebt habe. Wenn ihr das Buch lest, wisst ihr, was ich meine. Zum Ende hin hätte ich dieses Weibsstück wirklich nur allzu gern erwürgt. Oder ihr die Augen ausgekratzt. Oder ihr aber an den Haaren gezogen, jawohl.

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mir wirklich sicher war, wie genau ich dieses Buch bewerten soll. Positiv fand ich die Tatsache, dass "Gucci, Glamour und Champagner" in Paris gespielt hat, einer Stadt, die ich selbst vor anderthalb Jahren bereist und trotz ganz viel Trubel und vielen geschrubbten Kilometern an der Seine, fest ins Herz geschlossen habe. Irgendwann, wenn meine Kinder ein bisschen größer sind, will ich auf jeden Fall noch mal in die Stadt der Liebe reisen.
Negativ war einfach, dass es so lange gedauert hat, bis das Buch in Schwung gekommen ist. Ich glaube, das kann potenzielle Leser wirklich verschrecken.

Wer dann letztlich doch zu diesem Roman greift, sollte sich vorher vielleicht auch noch die beiden Vorgänger sichern; es ist zwar nicht dringend erforderlich, sie zu lesen, aber - wie so oft - würde es zu einem besseren Verstehen beitragen.

Susann's Bewertung


Langerwartete Neuzugänge

Susi K | 18. Januar 2014 | / | Kommentieren
Hallo ihr Lieben,

seht mal, was die Post mir heute gebracht hat - drei wirklich langersehnte Bücherneuzugänge.




Für alle, die nicht erkennen können, welche Bücher heute bei mir eingezogen sind, zähl ich sie noch mal auf ;)
Also: "Das Hochzeitsversprechen" - Sophie Kinsella; ich weiß gar nicht, wie lange das Buch auf meiner Wunschliste geschlummert hat, wahrscheinlich viel zu lange. Sophie Kinsella gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Ich vergöttere ihren witzigen Schreibstil nahezu und musste mir dieses Buch deswegen unbedingt sofort sichern.
"Schmetterlinge im Gepäck" - Stephanie Perkins; nach "Anna and the french kiss" ist dieses Buch natürlich ein absolutes Muss und ich kann es wirklich kaum noch erwarten, es zur Hand zu nehmen und mich in dieser Geschichte zu verlieren.
"Plötzlich Prinz: Das Erbe der Feen" - Julie Kagawa; ich habe die "Plötzlich Fee"-Bücher von Julie Kagawa verschlungen, ich liebe diese magische Welt, die die Autorin geschaffen hat und ich hoffe einfach mal, dass ich in dem neuen Buch auch wieder diesen Zauber spüren werde.

Sobald ich die Bücher gelesen habe (was ganz bestimmt nicht mehr lange dauern wird), werde ich euch natürlich die Rezensionen liefern. Ich bin selbst ganz gespannt drauf und hoffe, hoffe, hoffe, dass meine teils echt großen Erwartungen nicht enttäuscht werden.


Allerdings stellt sich mir noch eine ziemlich wichtige Frage - welches der drei Bücher lese ich denn zuerst? Was meint ihr?



 

Rezension: Unter Haien von Nele Neuhaus

Laura Kleinschmidt | 17. Januar 2014 | | Kommentieren
Buchrezension zu Nele Neuhaus' "Unter Haien"


Bevor ich überhaupt mit der Rezension anfange, muss ich anmerken, dass ich dieses Buch im Zug auf einer Fahrt quer durch Deutschland gelesen habe. Im Osten habe ich angefangen und eine Minute, bevor ich an meinem Ziel angekommen bin (sechs Stunden später), habe ich das letzte Wort gelesen. Normalerweise kann nichts und niemand so lange mein Interesse halten. Allerhöchstens Harry Potter, ja, das ist wahr. Aber ich hätte nicht erwartet, was für ein Sturm dieses Buch ist. 

Titel: Unter Haien
Autor: Nele Neuhaus
Verlag: Ullstein
Seitenanzahl Taschenbuch: 672
Erscheinungsdatum: 9. März 2012


Inhaltsangabe


New York, 1998: Die junge Investmentbankerin Alex Sontheim ist durch harte Arbeit und Zielstrebigkeit dort angekommen, wo sie immer hinwollte: ganz oben. Als sie den milliardenschweren Geschäftsmann Sergio Vitali kennenlernt, beginnt eine heiße Affäre. Alex genießt es, am Leben der wirklich Mächtigen teilzuhaben und gibt zunächst nichts auf die Stimmen, die sie vor Vitali warnen. Doch dann bringt eine ungeheuerliche Entdeckung Alex in tödliche Gefahr.

Covergestaltung


Eine schlanke Frau stöckelt in einem roten Blazer und einer schwarzen Aktentasche durch eine Großstadt, die vermutlich New York ist. Man kann ihr Gesicht nicht sehen, was dem ganzen Cover etwas mystisches gibt. Bis auf den Blazer ist das Cover in eher kühlen Farben  gehalten, was wunderbar zu dem Genre passt- finde ich. Ich liebe die Schrift, den Farbenausgleich und die Tatsache, dass bis auf die hinzugefügte Schrift so gar nichts bearbeitet wurde. Keine Brushes, keine Textures, ein simples, aber ausdrucksstarkes Cover, das in meinen Augen den Ton der Geschichte wunderbar trifft. Ich hab mir das Buch aus zwei Gründen gekauft: wegen dem Cover und der Tatsache, dass es ein Thriller ist. 


Laura meint


Ich habe ein bisschen Schiss vor dieser Rezension, weil die Meinungen über dieses Buch wirklich arg gespalten sind. Ich stehe am positiven Ufer, aber dazu später. Im Buch geht es um die deutsche Investmentbankerin Alex Sontheim, die in New York für eine US-Firma/Bank arbeitet, und dank einer Beförderung die "Social Latter" hochklettert. Dank besagter Beförderung wird sie zu einer Party bei ihrem Arbeitskollegen eingeladen, bei dem sich die ganze High Society New York's wiederfindet- unter anderem Bürgermeister Nick Kostidis und Sergio Vitali, ein attraktiver, einflussreicher Mann Anfang fünfzig, der Alex die Welt zu Füßen legt und diese es offensichtlich sehr genießt.

Als sie bemerkt, dass in ihrem Job etwas nicht ganz rund läuft und dass einige Geheimnisse sowohl in die Chefetage als auch zu Sergio zurück führen, ist sich Alex nicht mehr so sicher, ob es richtig war, dass sie sich auf eine heiße Affäre mit Sergio eingelassen hat, denn Sergio ist ein einflussreicher Mann- einflussreicher, als dass Alex es je hätte erahnen können. 

Ich liebe New York. Und ich liebe Finanzthriller. Wörter wie Mergers and Aquisitions, Treuhandfonds und Aktien machen mich glücklich. Und genau hier bin ich auf meine Kosten gekommen. Dieses Buch ist akribisch genau recherchiert, erklärt eine Menge, ohne langweilig zu werden, gibt einen wunderbaren Einblick in die Welt der New Yorker Finanzwelt, zeigt, wie einflussreich sie wirklich ist und wie schnell man von oben wieder nach unten fallen kann.

Alex ist wunderbar kreiert. Sie ist menschlich, hat ihre Wünsche, ist ehrgeizig, verliert nie ihr Ziel vor den Augen, attraktiv. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass man mehr von ihrer Vergangenheit in Deutschland erfahren hätte, aber es ist ein Thriller, deswegen verstehe ich, dass es nicht nötig ist in der Vergangenheit herum zu rennen, wenn sich das Drama direkt vor der Nase entwickelt. 

Was mich auch ein bisschen gestört hat, ist wie Nele Neuhaus Sergio und seine "eisblauen" Augen beschrieben hat. Das hat mich arg gejuckt, da es wirklich klischeehaft ist, aber ansonsten gibt es wirklich nichts zu meckern- halt doch. 
Das Ende. Auf gut Englisch gesagt  "After the shit goes down" und das Drama vorbei ist, erstaunt es mich, wie locker Alex mit den vergangenen Ereignissen umgeht. Wer das Buch gelesen hat, wird wissen was ich meine. Wer es nicht gelesen hat, dem empfehle ich es trotzdem zu lesen. Nur weil die Lockerheit von Alex im Umgang mit der Situation ein bisschen unrealistisch ist (zumindest in meinen Augen), macht es das Buch nicht schlechter. 

Es ist und bleibt phänomenal. 

Lauras Bewertung


                 


Für eine Weile war ich hin und her gerissen: Soll ich dem Buch vier oder fünf Sterne geben? Nun, obwohl einige Sachen mich gestört haben, waren sie nicht überwiegend und können nicht von der geballten Kraft des Tornados wegnehmen, der dieses Buch ist. Fünf Sterne, weil ich es liebe.

Buchtrailer

(als kleinen Abschluss)

Rezension - Light & Darkness, Laura Kneidl

Susi K | 16. Januar 2014 | | Kommentieren


{Rezension} Light & Darkness – Laura Kneidl



Titel: Light & Darkness
Autor: Laura Kneidl
Verlag: Impress
Seitenanzahl Print-Ausgabe: 353
Erscheinungsdatum: 7. November 2013

Inhaltsangabe

Die Existenz von Vampiren, Feen und anderen Paranormalen ist längst kein Geheimnis mehr. Doch ist es ihnen verboten, sich ohne die Begleitung des ihnen zugeteilten Delegierten in der Öffentlichkeit zu bewegen. Ausgerechnet bei der warmherzigen Light versagt jedoch das raffinierte Auswahlsystem: Ihr erster Paranormaler ist der rebellische und entgegen aller Regeln männliche Dämon Dante. Und schon bald muss sie sich fragen, ob sie ihn vor der Menschheit oder sich selbst vor ihm schützen muss …

Covergestaltung

Schon als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich: Halt, Moment, dieses Cover … Nicht etwa, weil es übernatürlich schön ist (zugegeben, es ist wirklich hübsch), sondern weil es mir bekannt vorkam, ich es aber nicht einzuordnen wusste. Anstatt aber weiter darüber nachzudenken, habe ich einfach damit angefangen, dieses Buch zu lesen – und schwupps: Plötzlich wusste ich auch, wo ich dieses Cover schon mal gesehen habe. Es ist praktisch dasselbe wie bei dem Buch „Breathe – Gefangen unter Glas“, nur spiegelverkehrt und farblich/grafisch etwas anders unterlegt. Wie schon kurz erwähnt, ich finde dieses Cover wirklich hübsch, aber ein bisschen stört es mich ja schon, dass es ein Buch gibt, das, nun ja, fast genauso aussieht.

Eigene Meinung

Erst einmal: Die Zusammenstellung aus Fantasy und Dystopie hat mich sofort angesprochen. „Light & Darkness“ ist der erste Roman der noch jungen Autorin Laura Kneidl und ich finde, thematisch hat sie sich da wirklich etwas getraut. Diese beiden Genres in einem Buch aufeinander treffen zu lassen, finde ich geschickt und habe ich, glaube ich, so auch vorher noch nicht gelesen. Ebenso gefallen hat mir diese ganze Delegiertensache; auch etwas, was ich ungemein kreativ finde, denn dieses System aus normalen Menschen und Paranormalen, die dann eben einen Delegierten vor die Nase gesetzt bekommen, um sich sozusagen frei bewegen zu können, ist von den Autorin wirklich sehr gut ausgeklügelt gewesen und hat mein Interesse definitiv geweckt.

Im Fokus der Geschichte stehen Light und Dante. Ich will jetzt nicht großartig auf inhaltliche Details eingehen, weil ich euch sonst die Spannung „klaue“, aber – wie schon in der Inhaltsangabe zu lesen – bekommt Light den Dämon Dante als Paranormalen zugewiesen, etwas, was so im System eigentlich nicht erlaubt ist. Denn Delegierte und deren Wesen gehören ausschließlich ein- und demselben Geschlecht an. Nun ja, bei Light war das jedoch anders und sie muss sich mit Dante herum schlagen. Und wenn ich herum schlagen sage, dann meine ich das auch so. Denn die Gute muss anfangs ganz schön was durchmachen und hat mir stellenweise wirklich Leid getan. Trotz der Tatsache, dass sie eine sympathische Protagonistin ist, hatte sie mir viel zu wenig Ecken und Kanten. Sie war nahezu perfekt und außerdem, meiner Meinung nach, viel zu erwachsen für ihr zartes Alter. Leider finde ich, dass man im Buch nicht wirklich viele Seiten von ihr kennen lernen durfte und genau deshalb ist sie jetzt kein Buchcharakter, der mir bis in alle Ewigkeit im Gedächtnis bleiben wird. Ich habe lange überlegt, wie man Light in einem Wort beschreiben könnte und heraus gekommen ist: „Gutmensch“.

Dante ist der typische männliche Hauptcharakter. Unglaublich gutaussehend, nach außen hin fies und innerlich doch ganz weich und gefühlvoll. Ganz am Anfang des Buches fand ich ihn abscheulich. Ja, wirklich. Sein Verhalten war so dermaßen dreist, dass ich ihm am liebsten mehrmals ordentlich eine verpasst hätte. Am Ende der Geschichte allerdings hat er einen kompletten Wandel vollzogen – und war stellenweise so weichgespült, dass ich ihn wirklich nicht mehr glaubhaft finden konnte. Wie oft hat er doch betont, dass er ein Dämon und von Natur aus böse ist – doch warum was auf den letzten Seiten des Buches so gar nichts mehr davon zu erkennen? Ich meine, dass ein Charakter sich im Laufe eines Romans weiter entwickelt und verändert ist ja klar, doch trotzdem sollte er sich treu bleiben. Und das, finde ich, ist Dante nicht gelungen.

Der Plot war ordentlich gestrickt und im Grunde auch absolut fehlerfrei aufgebaut, ohne Widersprüche oder ähnlichem, aber (schon wieder ein aber, auweia) der Konflikt, um den es ja die ganze Zeit ging, wurde mir viel zu schnell abgehandelt und war zu lapidar nieder geschrieben. Auch der große Spannungsmoment, bei dem einem die Luft stockt, blieb – zumindest bei mir – leider aus. Ich dachte mir wirklich: „Wie jetzt, das war alles? Das soll’s gewesen sein?“ Ich will nicht sagen, dass es der Autorin überhaupt nicht gelungen ist, Spannung in die Geschichte hinein zu bringen, doch während sich die Handlung an vielen belanglosen Stellen wie Kaugummi gezogen hat, wurden solche Wendepunkte und wichtigen Momente einfach mit zu wenigen Details ausgestattet und deshalb war sie auch immer relativ schnell wieder vorbei. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr Tempo und Action gewünscht; ein bisschen mehr Widerstand, Auflehnung und Feuer.

Was mich auch etwas gestört hat, war die Tatsache, dass Light, egal in was für einer Situation sie sich auch befunden hat, so unnatürlich tough war; vielleicht gibt es Menschen, die in einem absurden, lebensbedrohlichen Moment die Nerven behalten und nicht mal mit der Wimper zucken, die von vornherein davon ausgehen, dass sowieso alles gut gehen wird, aber ich an Lights Stelle hätte mir mehr als einmal vor lauter Angst die Fingernägel blutig gekaut oder wäre total kollabiert. Natürlich hat auch sie menschliche Emotionen gezeigt, das will ich gar nicht abstreiten, und trotzdem hat sie größtenteils über den Dingen gestanden.

Nun noch etwas, was mir besonders negativ aufgefallen ist – die vielen Fehler im Textverlauf. Ich möchte gar nicht von Rechtschreibfehlern reden, sondern viel eher von Tippfehlern, aber die waren schon wirklich enorm und störend. Nicht nur ein Mal hat ein Buchstabe am Ende eines Wortes gefehlt und manchmal war sogar das ganze Wort weggelassen worden, sodass manche Sätze plötzlich keinen Sinn mehr ergeben haben. Auch in der Zeitform waren manchmal ein paar Fehler zu erkennen; „Light und Darkness“ ist in der Vergangenheitsform geschrieben, oft gab es aber ein paar Ausrutscher in die Gegenwart, die den Lesefluss leider schon gestört haben.

Alles in allem (und trotz der vielen Kritik) hat das Buch mich ganz gut unterhalten. Ich habe es gern zur Hand genommen, fand den Schreibstil der Autorin ganz angenehm, und bin der Meinung, dass das für einen Debütroman wirklich eine solide Leistung ist. Ich denke, „Light & Darkness“ wird nicht das einzige Buch bleiben, das wir von Laura Kneidl zu lesen bekommen.

Susann’s Bewertung







Rezension - Keine Schokolade ist auch keine Lösung, Meg Cabot

Susi K | 11. Januar 2014 | | Kommentieren


{Rezension} Keine Schokolade ist auch keine Lösung – Meg Cabot



Titel: Keine Schokolade ist auch keine Lösung
Originaltitel: Size 12 and Ready to Rock
Autor: Meg Cabot
Verlag: Blanvalet
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3442382200
Erscheinungsdatum: 16. Dezember 2013

Inhaltsangabe

Endlich: Heather Wells und ihre Schokoriegel sind zurück!

Es könnte alles so schön sein! Sommerferien und endlich den richtigen Mann an der Seite: Heather Wells ist glücklich! Doch trotz der Ferien ist der Campus des New-York-Colleges, Heathers Arbeitsplatz, voller kreischender Teenies, die am großen »Tania-Trace-Rock-Camp« teilnehmen, benannt nach der Dame, die gerade Heathers Ex geheiratet hat. Doch was Heather wirklich Kopfschmerzen bereitet, ist nicht Tania, sondern der Mord an dem Producer des Camps. Heather sollte sich natürlich aus der Sache raushalten, aber als Tania sie in ein schockierendes Geheimnis einweiht, kann sie gar nicht mehr anders: Heather Wells ermittelt wieder!

Covergestaltung

Das Cover ist schlicht gehalten; es überwiegt die Farbe gelb. Wie auf beinahe allen anderen Cover der Bücher von Meg Cabot, ist auch hier wieder ein Tier zu sehen, dieses Mal ein Hund (kurze Erklärung: Heather selbst ist passionierte Hundebesitzerin!). Ich persönlich finde diese Art von Covern zwar nicht besonders originell, mag sie aber.

Eigene Meinung

Mit großer Spannung und besonders viel Vorfreude habe ich darauf gewartet, dass endlich ein neuer Roman von einer meiner Lieblingsautorinnen – nämlich Meg Cabot – erscheint. Als ich Anfang des letzten Jahres schließlich gelesen habe, dass es tatsächlich ein neues Buch geben und das dieses auch noch mit Heather Wells, einer meiner absoluten Lieblingsprotagonistinnen, sein wird, ist der Roman sofort auf meine Wunschliste gewandert und wurde natürlich kurz nach dem offiziellen (deutschen) Erscheinungsdatum gekauft. „Keine Schokolade ist auch keine Lösung“ war das erste Buch, das ich in diesem noch fast jungfräulichen Jahr 2014 gelesen habe und ja, es war eine gute Entscheidung.

Heather Wells, die bereits in – lasst mich nachdenken – drei Vorgängerromanen ihren großen Auftritt hatte, ist eine Protagonistin, die man einfach gern haben muss. Sie besticht nicht durch außergewöhnliche Schönheit, endlos lange Beine oder der Tatsache, dass sie, bedingt durch einen total aufregenden Job, Unmengen an Geld verdient, sondern durch Ehrlichkeit und einer ihr ganz eigenen Art und Weise, die sie einfach unglaublich authentisch wirken lässt. Heather hat Ecken und Kanten wie jeder normale Mensch auch und gerade in diesem Buch muss sie sich mit Dingen rumschlagen, die jeden von uns auch irgendwann mal betreffen könnten. Als stellvertretende Leiterin des Wohnheims „Fisher Hall“ auf dem New-York-College-Campus, hat sie wieder einmal allerhand zu tun. Zumal das Wohnheim, seitdem sich dort einige Todesfälle ereignet haben (ich kann euch nur wärmstens empfehlen, die Vorgängerromane mal zu lesen), von Einheimischen und der Presse nur noch die „Todeshalle“ genannt wird, und, wie ihr euch vielleicht denken könnt, niemand besonders scharf darauf ist, ausgerechnet in diesem Wohnheim ein Zimmer zu beziehen.

Es sind Ferien – die „Fisher Hall“ wird renoviert, um auf die potenziellen neuen Bewohner ansprechender zu wirken. Doch in genau diese so dringend benötigte Renovierungsphase platzt ein Ereignis, das so nun wirklich niemand auf dem Schirm hatte; das „Tania Trace Rock Camp“. Eine Show, benannt nach dem Popsternchen Tania Trace (die gerade Heathers Ex-Freund Jordan geheiratet hat), die jungen mehr oder weniger talentierten Mädchen die Tür ins Musikbusiness öffnen soll. Veranstaltet wird das Camp, übrigens zum Teil für die Reality-Doku „Tania liebt Jordan“ missbraucht, von Cartwright Records Television, der Firma von Heathers ehemaligem und zugleich zukünftigem Schwiegervater. Denn – Heather ist mit Cooper Cartwright, dem Bruder ihres Ex-Freundes, verlobt!

Ich selbst fand es total witzig, dass dieses Camp ausgerechnet in die „Fisher Hall“ verlegt wurde, sollte es doch ursprünglich ganz woanders stattfinden. Meg Cabot hat den Strick zwischen Chick-lit und Krimi noch geschickter gespannt als in den Vorgängerbüchern. Einerseits musste ich praktisch alle zwei Seiten laut auflachen, weil irgendwas lustiges passiert ist, andererseits wird man zugleich aber auch in einen Strudel aus kriminalistischen Verstrickungen gezogen, die einen unwillkürlich selbst gedanklich ermitteln und spekulieren lassen. Gut, ich muss zugeben, dass der Spannungsbogen vielleicht ein bisschen intensiver – und eventuell auch einen Tick kreativer – gespannt hätte werden können, doch ich denke, man sollte nicht ganz so hart sein, weil es eben kein Krimi, sondern immer noch ein Frauenbuch ist.

Heather als Charakter finde ich wieder absolut gelungen. Sie ist vielleicht nicht ganz so tollpatschig wie in den drei anderen Büchern zuvor, doch da sie sich ja auch weiter entwickelt hat, finde ich das vollkommen in Ordnung. Außerdem tritt sie immer noch in genügend Fettnäpfchen, glaubt mir. Auch Cooper ist wieder der Knaller. Er wird zwar als gutaussehend und total männlich beschrieben, ist, wie ich finde, aber kein typisch männlicher Protagonist.
Tania Trace, der in dem Buch sozusagen die dritte Hauptrolle zuteil wird, ist ebenfalls ganz gut dargestellt worden. Wenn man in den Vorgängerromanen noch der Meinung war, sie wäre die absolute Oberzicke, so muss man dies nun unweigerlich revidieren, denn Meg Cabot macht uns nun mit Tanias weicher, verletzlicher Seite bekannt. Und eben jene Seite wirkt – wenn auch vielleicht nicht in jeder Situation – authentisch. Manchmal habe ich mich schon dabei erwischt, wie ich augenrollend gedacht habe: „Oh Gott, wie kann man denn nur so sein?“

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue, Heathers nächstes Abenteuer – das es ja definitiv geben wird – lesen zu können, einfach, weil ich sie als fiktive Person sehr ins Herz geschlossen habe.
Es ist kein Muss, die Vorgängerromane „Darf’s ein bisschen mehr sein?“, „Schwer verliebt“ und „Mord au chocolat“ zu lesen, doch um all die Verstrickungen auch wirklich zu hundert Prozent verstehen zu können, wäre es vielleicht ganz hilfreich.

Susann's Bewertung