Rezension - Keine Schokolade ist auch keine Lösung, Meg Cabot

Susi K | 11. Januar 2014 | |


{Rezension} Keine Schokolade ist auch keine Lösung – Meg Cabot



Titel: Keine Schokolade ist auch keine Lösung
Originaltitel: Size 12 and Ready to Rock
Autor: Meg Cabot
Verlag: Blanvalet
Seitenanzahl: 416
ISBN: 978-3442382200
Erscheinungsdatum: 16. Dezember 2013

Inhaltsangabe

Endlich: Heather Wells und ihre Schokoriegel sind zurück!

Es könnte alles so schön sein! Sommerferien und endlich den richtigen Mann an der Seite: Heather Wells ist glücklich! Doch trotz der Ferien ist der Campus des New-York-Colleges, Heathers Arbeitsplatz, voller kreischender Teenies, die am großen »Tania-Trace-Rock-Camp« teilnehmen, benannt nach der Dame, die gerade Heathers Ex geheiratet hat. Doch was Heather wirklich Kopfschmerzen bereitet, ist nicht Tania, sondern der Mord an dem Producer des Camps. Heather sollte sich natürlich aus der Sache raushalten, aber als Tania sie in ein schockierendes Geheimnis einweiht, kann sie gar nicht mehr anders: Heather Wells ermittelt wieder!

Covergestaltung

Das Cover ist schlicht gehalten; es überwiegt die Farbe gelb. Wie auf beinahe allen anderen Cover der Bücher von Meg Cabot, ist auch hier wieder ein Tier zu sehen, dieses Mal ein Hund (kurze Erklärung: Heather selbst ist passionierte Hundebesitzerin!). Ich persönlich finde diese Art von Covern zwar nicht besonders originell, mag sie aber.

Eigene Meinung

Mit großer Spannung und besonders viel Vorfreude habe ich darauf gewartet, dass endlich ein neuer Roman von einer meiner Lieblingsautorinnen – nämlich Meg Cabot – erscheint. Als ich Anfang des letzten Jahres schließlich gelesen habe, dass es tatsächlich ein neues Buch geben und das dieses auch noch mit Heather Wells, einer meiner absoluten Lieblingsprotagonistinnen, sein wird, ist der Roman sofort auf meine Wunschliste gewandert und wurde natürlich kurz nach dem offiziellen (deutschen) Erscheinungsdatum gekauft. „Keine Schokolade ist auch keine Lösung“ war das erste Buch, das ich in diesem noch fast jungfräulichen Jahr 2014 gelesen habe und ja, es war eine gute Entscheidung.

Heather Wells, die bereits in – lasst mich nachdenken – drei Vorgängerromanen ihren großen Auftritt hatte, ist eine Protagonistin, die man einfach gern haben muss. Sie besticht nicht durch außergewöhnliche Schönheit, endlos lange Beine oder der Tatsache, dass sie, bedingt durch einen total aufregenden Job, Unmengen an Geld verdient, sondern durch Ehrlichkeit und einer ihr ganz eigenen Art und Weise, die sie einfach unglaublich authentisch wirken lässt. Heather hat Ecken und Kanten wie jeder normale Mensch auch und gerade in diesem Buch muss sie sich mit Dingen rumschlagen, die jeden von uns auch irgendwann mal betreffen könnten. Als stellvertretende Leiterin des Wohnheims „Fisher Hall“ auf dem New-York-College-Campus, hat sie wieder einmal allerhand zu tun. Zumal das Wohnheim, seitdem sich dort einige Todesfälle ereignet haben (ich kann euch nur wärmstens empfehlen, die Vorgängerromane mal zu lesen), von Einheimischen und der Presse nur noch die „Todeshalle“ genannt wird, und, wie ihr euch vielleicht denken könnt, niemand besonders scharf darauf ist, ausgerechnet in diesem Wohnheim ein Zimmer zu beziehen.

Es sind Ferien – die „Fisher Hall“ wird renoviert, um auf die potenziellen neuen Bewohner ansprechender zu wirken. Doch in genau diese so dringend benötigte Renovierungsphase platzt ein Ereignis, das so nun wirklich niemand auf dem Schirm hatte; das „Tania Trace Rock Camp“. Eine Show, benannt nach dem Popsternchen Tania Trace (die gerade Heathers Ex-Freund Jordan geheiratet hat), die jungen mehr oder weniger talentierten Mädchen die Tür ins Musikbusiness öffnen soll. Veranstaltet wird das Camp, übrigens zum Teil für die Reality-Doku „Tania liebt Jordan“ missbraucht, von Cartwright Records Television, der Firma von Heathers ehemaligem und zugleich zukünftigem Schwiegervater. Denn – Heather ist mit Cooper Cartwright, dem Bruder ihres Ex-Freundes, verlobt!

Ich selbst fand es total witzig, dass dieses Camp ausgerechnet in die „Fisher Hall“ verlegt wurde, sollte es doch ursprünglich ganz woanders stattfinden. Meg Cabot hat den Strick zwischen Chick-lit und Krimi noch geschickter gespannt als in den Vorgängerbüchern. Einerseits musste ich praktisch alle zwei Seiten laut auflachen, weil irgendwas lustiges passiert ist, andererseits wird man zugleich aber auch in einen Strudel aus kriminalistischen Verstrickungen gezogen, die einen unwillkürlich selbst gedanklich ermitteln und spekulieren lassen. Gut, ich muss zugeben, dass der Spannungsbogen vielleicht ein bisschen intensiver – und eventuell auch einen Tick kreativer – gespannt hätte werden können, doch ich denke, man sollte nicht ganz so hart sein, weil es eben kein Krimi, sondern immer noch ein Frauenbuch ist.

Heather als Charakter finde ich wieder absolut gelungen. Sie ist vielleicht nicht ganz so tollpatschig wie in den drei anderen Büchern zuvor, doch da sie sich ja auch weiter entwickelt hat, finde ich das vollkommen in Ordnung. Außerdem tritt sie immer noch in genügend Fettnäpfchen, glaubt mir. Auch Cooper ist wieder der Knaller. Er wird zwar als gutaussehend und total männlich beschrieben, ist, wie ich finde, aber kein typisch männlicher Protagonist.
Tania Trace, der in dem Buch sozusagen die dritte Hauptrolle zuteil wird, ist ebenfalls ganz gut dargestellt worden. Wenn man in den Vorgängerromanen noch der Meinung war, sie wäre die absolute Oberzicke, so muss man dies nun unweigerlich revidieren, denn Meg Cabot macht uns nun mit Tanias weicher, verletzlicher Seite bekannt. Und eben jene Seite wirkt – wenn auch vielleicht nicht in jeder Situation – authentisch. Manchmal habe ich mich schon dabei erwischt, wie ich augenrollend gedacht habe: „Oh Gott, wie kann man denn nur so sein?“

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue, Heathers nächstes Abenteuer – das es ja definitiv geben wird – lesen zu können, einfach, weil ich sie als fiktive Person sehr ins Herz geschlossen habe.
Es ist kein Muss, die Vorgängerromane „Darf’s ein bisschen mehr sein?“, „Schwer verliebt“ und „Mord au chocolat“ zu lesen, doch um all die Verstrickungen auch wirklich zu hundert Prozent verstehen zu können, wäre es vielleicht ganz hilfreich.

Susann's Bewertung



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