Rezension - Light & Darkness, Laura Kneidl

Susi K | 16. Januar 2014 | |


{Rezension} Light & Darkness – Laura Kneidl



Titel: Light & Darkness
Autor: Laura Kneidl
Verlag: Impress
Seitenanzahl Print-Ausgabe: 353
Erscheinungsdatum: 7. November 2013

Inhaltsangabe

Die Existenz von Vampiren, Feen und anderen Paranormalen ist längst kein Geheimnis mehr. Doch ist es ihnen verboten, sich ohne die Begleitung des ihnen zugeteilten Delegierten in der Öffentlichkeit zu bewegen. Ausgerechnet bei der warmherzigen Light versagt jedoch das raffinierte Auswahlsystem: Ihr erster Paranormaler ist der rebellische und entgegen aller Regeln männliche Dämon Dante. Und schon bald muss sie sich fragen, ob sie ihn vor der Menschheit oder sich selbst vor ihm schützen muss …

Covergestaltung

Schon als ich das Buch zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich: Halt, Moment, dieses Cover … Nicht etwa, weil es übernatürlich schön ist (zugegeben, es ist wirklich hübsch), sondern weil es mir bekannt vorkam, ich es aber nicht einzuordnen wusste. Anstatt aber weiter darüber nachzudenken, habe ich einfach damit angefangen, dieses Buch zu lesen – und schwupps: Plötzlich wusste ich auch, wo ich dieses Cover schon mal gesehen habe. Es ist praktisch dasselbe wie bei dem Buch „Breathe – Gefangen unter Glas“, nur spiegelverkehrt und farblich/grafisch etwas anders unterlegt. Wie schon kurz erwähnt, ich finde dieses Cover wirklich hübsch, aber ein bisschen stört es mich ja schon, dass es ein Buch gibt, das, nun ja, fast genauso aussieht.

Eigene Meinung

Erst einmal: Die Zusammenstellung aus Fantasy und Dystopie hat mich sofort angesprochen. „Light & Darkness“ ist der erste Roman der noch jungen Autorin Laura Kneidl und ich finde, thematisch hat sie sich da wirklich etwas getraut. Diese beiden Genres in einem Buch aufeinander treffen zu lassen, finde ich geschickt und habe ich, glaube ich, so auch vorher noch nicht gelesen. Ebenso gefallen hat mir diese ganze Delegiertensache; auch etwas, was ich ungemein kreativ finde, denn dieses System aus normalen Menschen und Paranormalen, die dann eben einen Delegierten vor die Nase gesetzt bekommen, um sich sozusagen frei bewegen zu können, ist von den Autorin wirklich sehr gut ausgeklügelt gewesen und hat mein Interesse definitiv geweckt.

Im Fokus der Geschichte stehen Light und Dante. Ich will jetzt nicht großartig auf inhaltliche Details eingehen, weil ich euch sonst die Spannung „klaue“, aber – wie schon in der Inhaltsangabe zu lesen – bekommt Light den Dämon Dante als Paranormalen zugewiesen, etwas, was so im System eigentlich nicht erlaubt ist. Denn Delegierte und deren Wesen gehören ausschließlich ein- und demselben Geschlecht an. Nun ja, bei Light war das jedoch anders und sie muss sich mit Dante herum schlagen. Und wenn ich herum schlagen sage, dann meine ich das auch so. Denn die Gute muss anfangs ganz schön was durchmachen und hat mir stellenweise wirklich Leid getan. Trotz der Tatsache, dass sie eine sympathische Protagonistin ist, hatte sie mir viel zu wenig Ecken und Kanten. Sie war nahezu perfekt und außerdem, meiner Meinung nach, viel zu erwachsen für ihr zartes Alter. Leider finde ich, dass man im Buch nicht wirklich viele Seiten von ihr kennen lernen durfte und genau deshalb ist sie jetzt kein Buchcharakter, der mir bis in alle Ewigkeit im Gedächtnis bleiben wird. Ich habe lange überlegt, wie man Light in einem Wort beschreiben könnte und heraus gekommen ist: „Gutmensch“.

Dante ist der typische männliche Hauptcharakter. Unglaublich gutaussehend, nach außen hin fies und innerlich doch ganz weich und gefühlvoll. Ganz am Anfang des Buches fand ich ihn abscheulich. Ja, wirklich. Sein Verhalten war so dermaßen dreist, dass ich ihm am liebsten mehrmals ordentlich eine verpasst hätte. Am Ende der Geschichte allerdings hat er einen kompletten Wandel vollzogen – und war stellenweise so weichgespült, dass ich ihn wirklich nicht mehr glaubhaft finden konnte. Wie oft hat er doch betont, dass er ein Dämon und von Natur aus böse ist – doch warum was auf den letzten Seiten des Buches so gar nichts mehr davon zu erkennen? Ich meine, dass ein Charakter sich im Laufe eines Romans weiter entwickelt und verändert ist ja klar, doch trotzdem sollte er sich treu bleiben. Und das, finde ich, ist Dante nicht gelungen.

Der Plot war ordentlich gestrickt und im Grunde auch absolut fehlerfrei aufgebaut, ohne Widersprüche oder ähnlichem, aber (schon wieder ein aber, auweia) der Konflikt, um den es ja die ganze Zeit ging, wurde mir viel zu schnell abgehandelt und war zu lapidar nieder geschrieben. Auch der große Spannungsmoment, bei dem einem die Luft stockt, blieb – zumindest bei mir – leider aus. Ich dachte mir wirklich: „Wie jetzt, das war alles? Das soll’s gewesen sein?“ Ich will nicht sagen, dass es der Autorin überhaupt nicht gelungen ist, Spannung in die Geschichte hinein zu bringen, doch während sich die Handlung an vielen belanglosen Stellen wie Kaugummi gezogen hat, wurden solche Wendepunkte und wichtigen Momente einfach mit zu wenigen Details ausgestattet und deshalb war sie auch immer relativ schnell wieder vorbei. Ich hätte mir noch ein bisschen mehr Tempo und Action gewünscht; ein bisschen mehr Widerstand, Auflehnung und Feuer.

Was mich auch etwas gestört hat, war die Tatsache, dass Light, egal in was für einer Situation sie sich auch befunden hat, so unnatürlich tough war; vielleicht gibt es Menschen, die in einem absurden, lebensbedrohlichen Moment die Nerven behalten und nicht mal mit der Wimper zucken, die von vornherein davon ausgehen, dass sowieso alles gut gehen wird, aber ich an Lights Stelle hätte mir mehr als einmal vor lauter Angst die Fingernägel blutig gekaut oder wäre total kollabiert. Natürlich hat auch sie menschliche Emotionen gezeigt, das will ich gar nicht abstreiten, und trotzdem hat sie größtenteils über den Dingen gestanden.

Nun noch etwas, was mir besonders negativ aufgefallen ist – die vielen Fehler im Textverlauf. Ich möchte gar nicht von Rechtschreibfehlern reden, sondern viel eher von Tippfehlern, aber die waren schon wirklich enorm und störend. Nicht nur ein Mal hat ein Buchstabe am Ende eines Wortes gefehlt und manchmal war sogar das ganze Wort weggelassen worden, sodass manche Sätze plötzlich keinen Sinn mehr ergeben haben. Auch in der Zeitform waren manchmal ein paar Fehler zu erkennen; „Light und Darkness“ ist in der Vergangenheitsform geschrieben, oft gab es aber ein paar Ausrutscher in die Gegenwart, die den Lesefluss leider schon gestört haben.

Alles in allem (und trotz der vielen Kritik) hat das Buch mich ganz gut unterhalten. Ich habe es gern zur Hand genommen, fand den Schreibstil der Autorin ganz angenehm, und bin der Meinung, dass das für einen Debütroman wirklich eine solide Leistung ist. Ich denke, „Light & Darkness“ wird nicht das einzige Buch bleiben, das wir von Laura Kneidl zu lesen bekommen.

Susann’s Bewertung







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