Rezension: Unter Haien von Nele Neuhaus

Laura Kleinschmidt | 17. Januar 2014 | |
Buchrezension zu Nele Neuhaus' "Unter Haien"


Bevor ich überhaupt mit der Rezension anfange, muss ich anmerken, dass ich dieses Buch im Zug auf einer Fahrt quer durch Deutschland gelesen habe. Im Osten habe ich angefangen und eine Minute, bevor ich an meinem Ziel angekommen bin (sechs Stunden später), habe ich das letzte Wort gelesen. Normalerweise kann nichts und niemand so lange mein Interesse halten. Allerhöchstens Harry Potter, ja, das ist wahr. Aber ich hätte nicht erwartet, was für ein Sturm dieses Buch ist. 

Titel: Unter Haien
Autor: Nele Neuhaus
Verlag: Ullstein
Seitenanzahl Taschenbuch: 672
Erscheinungsdatum: 9. März 2012


Inhaltsangabe


New York, 1998: Die junge Investmentbankerin Alex Sontheim ist durch harte Arbeit und Zielstrebigkeit dort angekommen, wo sie immer hinwollte: ganz oben. Als sie den milliardenschweren Geschäftsmann Sergio Vitali kennenlernt, beginnt eine heiße Affäre. Alex genießt es, am Leben der wirklich Mächtigen teilzuhaben und gibt zunächst nichts auf die Stimmen, die sie vor Vitali warnen. Doch dann bringt eine ungeheuerliche Entdeckung Alex in tödliche Gefahr.

Covergestaltung


Eine schlanke Frau stöckelt in einem roten Blazer und einer schwarzen Aktentasche durch eine Großstadt, die vermutlich New York ist. Man kann ihr Gesicht nicht sehen, was dem ganzen Cover etwas mystisches gibt. Bis auf den Blazer ist das Cover in eher kühlen Farben  gehalten, was wunderbar zu dem Genre passt- finde ich. Ich liebe die Schrift, den Farbenausgleich und die Tatsache, dass bis auf die hinzugefügte Schrift so gar nichts bearbeitet wurde. Keine Brushes, keine Textures, ein simples, aber ausdrucksstarkes Cover, das in meinen Augen den Ton der Geschichte wunderbar trifft. Ich hab mir das Buch aus zwei Gründen gekauft: wegen dem Cover und der Tatsache, dass es ein Thriller ist. 


Laura meint


Ich habe ein bisschen Schiss vor dieser Rezension, weil die Meinungen über dieses Buch wirklich arg gespalten sind. Ich stehe am positiven Ufer, aber dazu später. Im Buch geht es um die deutsche Investmentbankerin Alex Sontheim, die in New York für eine US-Firma/Bank arbeitet, und dank einer Beförderung die "Social Latter" hochklettert. Dank besagter Beförderung wird sie zu einer Party bei ihrem Arbeitskollegen eingeladen, bei dem sich die ganze High Society New York's wiederfindet- unter anderem Bürgermeister Nick Kostidis und Sergio Vitali, ein attraktiver, einflussreicher Mann Anfang fünfzig, der Alex die Welt zu Füßen legt und diese es offensichtlich sehr genießt.

Als sie bemerkt, dass in ihrem Job etwas nicht ganz rund läuft und dass einige Geheimnisse sowohl in die Chefetage als auch zu Sergio zurück führen, ist sich Alex nicht mehr so sicher, ob es richtig war, dass sie sich auf eine heiße Affäre mit Sergio eingelassen hat, denn Sergio ist ein einflussreicher Mann- einflussreicher, als dass Alex es je hätte erahnen können. 

Ich liebe New York. Und ich liebe Finanzthriller. Wörter wie Mergers and Aquisitions, Treuhandfonds und Aktien machen mich glücklich. Und genau hier bin ich auf meine Kosten gekommen. Dieses Buch ist akribisch genau recherchiert, erklärt eine Menge, ohne langweilig zu werden, gibt einen wunderbaren Einblick in die Welt der New Yorker Finanzwelt, zeigt, wie einflussreich sie wirklich ist und wie schnell man von oben wieder nach unten fallen kann.

Alex ist wunderbar kreiert. Sie ist menschlich, hat ihre Wünsche, ist ehrgeizig, verliert nie ihr Ziel vor den Augen, attraktiv. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass man mehr von ihrer Vergangenheit in Deutschland erfahren hätte, aber es ist ein Thriller, deswegen verstehe ich, dass es nicht nötig ist in der Vergangenheit herum zu rennen, wenn sich das Drama direkt vor der Nase entwickelt. 

Was mich auch ein bisschen gestört hat, ist wie Nele Neuhaus Sergio und seine "eisblauen" Augen beschrieben hat. Das hat mich arg gejuckt, da es wirklich klischeehaft ist, aber ansonsten gibt es wirklich nichts zu meckern- halt doch. 
Das Ende. Auf gut Englisch gesagt  "After the shit goes down" und das Drama vorbei ist, erstaunt es mich, wie locker Alex mit den vergangenen Ereignissen umgeht. Wer das Buch gelesen hat, wird wissen was ich meine. Wer es nicht gelesen hat, dem empfehle ich es trotzdem zu lesen. Nur weil die Lockerheit von Alex im Umgang mit der Situation ein bisschen unrealistisch ist (zumindest in meinen Augen), macht es das Buch nicht schlechter. 

Es ist und bleibt phänomenal. 

Lauras Bewertung


                 


Für eine Weile war ich hin und her gerissen: Soll ich dem Buch vier oder fünf Sterne geben? Nun, obwohl einige Sachen mich gestört haben, waren sie nicht überwiegend und können nicht von der geballten Kraft des Tornados wegnehmen, der dieses Buch ist. Fünf Sterne, weil ich es liebe.

Buchtrailer

(als kleinen Abschluss)

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