Rezension - Into the Deep: Herzgeflüster, Samantha Young

Susi K | 12. Februar 2014 | / / |


{Rezension} Into the deep: Herzgeflüster – Samantha Young




Titel: Into the Deep: Herzgeflüster
Originaltitel: Into the Deep
Autor: Samantha Young
Verlag: ullstein
Seitenzahl: 368
ISBN: 3548286429
Erscheinungsdatum: 18. November 2013

Inhaltsangabe

Die erste Liebe ist unvergesslich. Der erste Verrat auch …
Er gab ihr das Gefühl, etwas Besonderes zu sein. Er sagte, dass er sie liebt. Charley und Jake waren ein Traumpaar. Damals. Bis ein tragisches Unglück geschah und Jake sie wortlos aus seinem Leben strich. Charleys Herz war gebrochen, sie konnte ihm nicht verzeihen. Dreieinhalb Jahre lang. Bis er ausgerechnet bei ihrem Auslandsjahr in Schottland wieder vor ihr steht. Geheimnisvoll und sexy. Und mit einer neuen Freundin an seiner Seite. Charley zeigt ihm die kalte Schulter. Doch Jake lässt nicht locker, er sucht ihre Nähe und ihre Vergebung. Tief in ihrem Herzen glimmt noch die Sehnsucht, aber wird sie Jake je wieder vertrauen können?


Covergestaltung

Ich finde das Cover des Buches wirklich sehr hübsch. Es ist schlicht, farblos – wenn man es denn so nennen kann – und dennoch ungemein ansprechend. Das Mädchen bzw. die junge Frau, die den Leser mit ihren großen, ausdrucksstarken Augen ansieht, während der Rest ihres Gesichts (abgesehen von der Nase) im „Dunkeln“ liegt, wirkt geheimnisvoll; ich habe mich praktisch sofort gefragt, welche Geschichte sich hinter diesem Gesicht wohl verbirgt und bestimmt auch aus diesem Grund zu dem Roman gegriffen.

Eigene Meinung

Bei „Into The Deep: Herzgeflüster“ handelt es sich um einen der ersten Romane, den die junge Autorin Samantha Young geschrieben hat und der nach den großen Erfolgen „Dublin Street“ und „London Road“ auch den Weg in deutsche Bücherläden gefunden hat. Weil ich eben jene zuvor genannten beiden Bücher schon gelesen habe und sie mir eigentlich ganz gut gefallen haben, wollte ich mich natürlich auch an ihr neues altes Werk wagen – und wurde bitter enttäuscht. So ein schlechtes, plattes Buch habe ich wirklich lange nicht mehr gelesen und ich bereue es tatsächlich, meine Zeit mit so einem Schund vergeudet zu haben. Aber fangen wir mal von vorn an …

Im Buch geht es um die 20-jährige Charley, Studentin, die gemeinsam mit ihrer besten Freundin Claudia ein Auslandsjahr in Edinburgh antritt. Dort trifft sie, wie es der Zufall so will, auf ihre allererste, große Liebe: den unbeschreiblich gutaussehenden, charmanten Jake. Die Beziehung der Beiden ist gut drei Jahre zuvor in die Brüche gegangen, Jake hat sie verlassen, und als Charley ihm nach Jahren des Kummers wieder begegnet, wird sie augenblicklich zurück in die Vergangenheit katapultiert und muss sich mit teils sehr widerspenstigen Gefühlen, die tief in ihrem Inneren toben, auseinander setzen. Denn Jake hat eine feste Freundin.

Charley als Figur wurde mir persönlich viel zu seicht und makellos beschrieben. Ebenso ihre Freundin Claudia. Kaum im schottischen Edinburgh angekommen, werden sie schon von Männern umschwirrt wie die Motten. Charley trägt grundsätzlich nur Skinny Jeans, und scheint außer viel zu engen T-Shirts, die über ihrer Brust spannen, nicht wirklich viel im Kleiderschrank zu haben. Nach ihrer gescheiterten Beziehung mit dem Bad Boy Jake, hat sie eben diesen abgeschworen – doch leider scheint es in Edinburgh nur so vor Bad Boys zu wimmeln, wie die Autorin nicht müde wird zu betonen. Alle Männer, die die beiden jungen Frauen kennen lernen, werden als außergewöhnlich gutaussehend beschrieben, wenn auch auf immer andere Art und Weise. Einen Menschen mit Ecken und Kanten sucht man in diesem Roman vergebens. Doch nicht nur, dass Charley schön, begehrenswert und dazu auch noch intelligent ist, ihr Wortschatz scheint sich auf die Worte „krass“, „geil“, „abfüllen“ und „Arsch“ zu beschränken, was alle Typen natürlich ungemein toll und heiß finden.

Auch Jake als männlicher Protagonist ist zu makellos, wenn auch nicht ganz so sehr wie Charley. Hin und wieder habe ich ihm gegenüber beim lesen sogar so etwas wie Sympathie empfunden, die sich dann allerdings aufgrund seines absolut lächerlichen, unglaubwürdigen Verhaltens zum Ende des Buches relativ schnell wieder in Luft aufgelöst hat.

Man merkt ganz deutlich, dass „Into The Deep“ noch vor den großen Bestsellern „Dublin Street“ und „London Road“ geschrieben wurde. Der Schreibstil ist oftmals viel zu umgangssprachlich und flapsig; die Autorin erzählt zu viel und beschreibt zu wenig. Dadurch bleibt das Gefühl, das in diesem Roman ganz sicher nicht zu kurz kommen sollte, leider deutlich auf der Strecke. Mir fiel es schwer, mich in die Protagonisten hinein zu versetzen, ihr Tun und Handeln war für mich teilweise zu widersprüchlich und der große Showdown, die Enthüllung, wegen der die Beziehung der beiden Herzchen damals zerbrochen ist, war zu überzogen, dadurch unglaubwürdig und zu konstruiert. Was wirklich schade ist, denn Samantha Young kann schreiben. Wenn sie das in diesem Buch auch leider nicht gezeigt hat.

Die größte Enttäuschung (wenn man das, betrachtet man die Aneinanderreihungen der zahlreichen Enttäuschungen, so sagen kann) stellt meiner Meinung nach das Ende dar. Wer auf gefühlvolle, romantische, herzzerreißende Zeilen gehofft hat, wird mit schwulstigen fantasielosen Sexszenen konfrontiert, die einfach fehl am Platz waren und dem Buch auch das letzte bisschen Glaubwürdigkeit und Tiefgang geraubt haben.

Wenn man überhaupt etwas ansatzweise Positives an diesem Buch hervorheben will/kann, dann sind es die Zeitsprünge (Flashbacks), die die Autorin eingearbeitet hat. Denn auch wenn die Protagonisten damals schon die Ausgeburt an Schönheit, Intelligenz und Charme waren, so hat man dennoch das Gefühl, dass sie etwas echter, wirklicher wirken.

Für alle, die auf Romane mit unreifen, makellosen und klischeebehafteten Charakteren, stehen, ist „Into The Deep“ vermutlich genau das Richtige. Ein platter New-Adult-Roman, der mich als Leserin des Öfteren den Kopf schütteln ließ. Vielleicht falle ich mit meinen fast 27 Jahren auch einfach nicht mehr in die Zielgruppe, die Samantha Young ansprechen und begeistern wollte.

Susann's Bewertung




1 Kommentar:

  1. Huhu,
    einen schönen Blog hast du, ich bin gleich mehrmals deine Leserin geworden :D Tolle Rezension, bei mir steht das Buch noch auf meiner Wunschliste.

    Alles Liebe
    Jenny

    http://jemasija8.blogspot.de/

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