Rezension- I Am Not Esther von Fleur Beale

Laura Kleinschmidt | 23. März 2014 | / / |
{Rezension} I Am Not Esther – Fleur Beale (Englische Originalausgabe)
Titel: I Am Not Esther
Autor: Fleur Beale
Verlag: Longacre Press
Seitenanzahl Print-Ausgabe: 250
Erscheinungsdatum: 1998

Inhaltsangabe
 
Imagine that your mother tells you she's going away. She is going to leave you with relatives you've never heard of - and they are members of a strict religious cult. Your name is changed, and you are forced to follow the severe set of social standards set by the cult. There is no television, no radio, no newspaper. No mirrors. You must wear long, modest clothes. You don't know where your mother is, and you are beginning to question your own identity. I am not Esther is a gripping psychological thriller written by popular children's writer Fleur Beale. In Esther she creates an enthralling and utterly compelling portrait of a teenager going through her worst nightmare.


Covergestaltung

Ein dunkles Cover. Schwarz trifft auf weiß trifft auf rot trifft auf ein schlammiges braun. Ein Mädchen fässt etwas an, vermutlich eine Glasscheibe. Um ihr kleines Bild, von den Kanten aus, bildet sich ein Kreuz. Das Cover allein hat schön einen religiösen Touch, aber nicht zu stark, nicht so, dass es abschreckend wirkt. Der Titel ist in weiß geschrieben, der name der Autorin in einem knalligen Rot.

Eigene Meinung

Kirby Greenland "erzieht" ihre Mutter in Auckland, Australien. Ellen hat die Aufmerksamkeit einer dreijährigen, ist allerdings immer fröhlich. Kirby liebt ihr chaotisches Leben, bis sie ihre Mutter eines Tages zu ihren Verwandten aufs Land schickt, um in Afrika "ihre Sünden abzuarbeiten."
 
Bei Onkel Caleb ist nichts so, wie bei ihr zuhause. Ihre Tante nennt ihren Mann "husband", sie muss Kleidung tragen, die anscheinend aus der Neanderthaler Zeit stammen, ihr wird ein biblischer Name, Esther, gegeben und Kirby, so wie sie ist, mit ihren Sünden, Fehler, ihrer Aufmüpfig-und Starrsinnigkeit, darf so nicht mehr existieren. Wie es sich herausstellt lebt ihr Onkel mit seiner Frau Naomi in einem religiösen Kult, der den Namen Circle of Fellowship trägt.
Kirby ist überfordert und will sich nicht anpassen- sie will sich nicht verlieren, sie will nicht Esther sein. (Daher auch der Buchtitel, weil sie immer und immer wieder sagt " I am Not Esther." Nebenbei angemerkt, Kirby würde eher "I'm not Esther" sagen, aber Abkürzung wie "doesn't" und etc. sind beim "Circle of Fellowship" nicht erlaubt.)
 
Das Buch ist relativ kurz und noch dazu mit großen Buchstaben gedruckt, aber das stört mich nicht. Im Gegenteil. Ich finde, dass kein Wort an diesem Buch an der falschen Stelle ist. Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten würde, wenn meine Mutter mich in einem religiösen Kult absetzen und nach Afrika abhauen würde. Wenn ich bei einer Familie leben soll, die zwar mit mir verwandt ist, deren Glauben ich jedoch nicht teile und die mich andauernd für etwas bestrafen, das mich ausmacht.
 
Kirby/Esther ist authentisch. Ihre Probleme, ihre Ängste, Hoffnungen und Kämpfe sind authentisch dargestellt. Obwohl das Buch viel mit Glauben zu tun hat, zwingt es mir kein "System" auf, das ich sonst so oft in religiösen Büchern lese. Das ist Kirbys  Geschichte, kein Autor, der Menschen "retten und bekehren" will.
 
Fleur Beale ist in meinen Augen ein Genie. Ich hab selten ein Buch gelesen, das so unter die Haut geht. (Doch, vorgestern schon. Aber dazu später mehr! )
 
Kirby ist authentisch. Sie will sich nicht aufgeben und jemand anderes bekommen und dafür kämpft sie, auch wenn die Rückschläge, die sie erleiden muss (Disziplinraum!) doch sehr schwer sind. Sie bleibt sich treu.
 
Das Buch ist aus dem Grund empfehlenswert, weil es jeden Moment auf der Welt geschieht. Ein Kind wächst mit überreligiösen Eltern auf, versucht seinen eigenen Glauben zu finden, vielleicht teilt das Kind ihn mit den Eltern, vielleicht macht er sich auf die Suche, um einen anderen zu finden, der zu ihm passt.
 
Wir haben so viele Religiönen, die "Regeln" im Auge der westlichen Welt ein bisschen zu streng sehen. Stell Dir vor du würdest in etwas gezungen, in das du vielleicht gar nicht glaubst. Und es gibt keinen Ausweg. Es gibt nur Opfer.
 
Als ich das Buch zugeklappt habe, war ich sprachlos. Geschockt. Überrascht.
In ein paar Wochen kram ich es nochmal hervor und lese es wieder. Denn irgendwie, irgendwo hat es was in mir verändert. Ich kann nur nicht sagen was. *kopfkratz*
 
Fünf Sterne für Perfekion und Authenzität.

Lauras Bewertung
 

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